Gülseren Demirel: Über mich

„Als Sozialarbeiterin kenne ich Ausgrenzung und Armut nicht nur aus Statistiken – ich weiß welche Hilfen möglich wären.“

 

Stimmen aus der Presse: „Demirel ist ein Energiebündel, oft emotional, gern streitbar und unbeirrbar….. klare Haltung und Geradlinigkeit sind auch ihre Stärke.“ berichtet der Münchner Merkur. „Prognosen räumen der Grünen Stadträtin aktuell gute Chancen ein, sogar das Direktmandat zu sichern… Gülseren Demirel möchte in den Landtag, denn dort „fühle sich sich in Anbetracht ihrer politischen Schwerpunkte besser aufgehoben.“ heißt es in dem Artikel – hier geht es zum gesamten Artikel.

 

  • Meine persönlichen Eckpunkte
  • mit 7 Jahren als „Gastarbeiterkind“ eingewandert
  • Hauptschulabschluss auf dem 2. Bildungsweg Fachhochschulreife
  • Ausbildung und Abschluss Diplom Sozialpädagogin
  • Sozialarbeiterin bei der Arbeitswohlfahrt
  • Stadträtin und Fraktionsvorsitzende für Die Grünen – rosa liste
  • Mitglied im Sozial-, Kreisverwaltungs- sowie im Kinder- und Jugendhilfeausschuss
  • eine erwachsene Tochter alleine großgezogen und mit Patchwork-Erfahrung bereichert
  • glückliche und stolze Oma einer Enkeltochter
  • mag Wandern in den Bergen, Kochen und Essen mit Freunden und lautes Lachen

 

  • Meine politischen Eckkpunkte
  • Einsatz für bezahlbares Wohnen für Alle
  • Aufbau der „Wüstenrose“ für Mädchen und Frauen, die von Zwangsheirat oder FGM (weiblicher Beschneidung) bedroht sind.
  • Mit-Initiatorin der Anlaufstelle gegen Rechtsextremismus in München
  • Organisation eines Schlafplatzes für Tagelöhnerfamilien

Meine persönlichen Lebenslinien hin zur Politik

„Ich wuchs als Kleinkind in Malatya in der Türkei auf. Im Alter von sieben Jahren kam ich zum ersten Mal als sogenanntes Gastarbeiterkind nach Deutschland. Mein Vater stürzte sich in die Arbeit. Er wollte in Deutschland „etwas werden“ und hier erfolgreich sein. Eigentlich war der Plan – wie bei so vielen anderen Gastarbeitern- dass wir dann wieder in die Türkei zurückkehren. Meine größeren Geschwister sind deshalb auch gleich in der Türkei bei Verwandten geblieben. So wurde ich auch nach der 4. Klasse in Deutschland zu meiner Tante und meinem Onkel nach Istanbul geschickt. Ich sollte in der Türkei meine Schule beenden, damit ich als gute Schülerin dann in der Türkei erfolgrein sein könnte. Aber es kam alles anders. Der Miliätputsch 1980 überraschte uns alle. Ich wurde auf dem Weg von der Schule nach Hause von einem Panzer angefahren und leicht verletzt. Meine Eltern holten mich sofort nach Deutschland zurück. Unsere Pläne waren hinfällig. Die Türkei war, nicht nur für Kurden wie uns, nicht mehr sicher. Ich musste in Deutschland komplett neu anfangen. Alle meine schönenen Erfahrungen aus der Grundschulzeit waren weg: Ich ging in Deutschland auf die Hauptschule und kam dort nicht zurecht.

Nachdem ich endlich 1981 in Gütersloh die Hauptschule beendet hatte, jobbte ich im Laden meines Vaters und half ihm, die diversen Geschäftsideen von ihm am Laufen zu halten. Außerdem unterstützte ich unserer Familie und unseren Nachbarn, bei allem, wofür gute Deutschkenntnisse notwendig sind: Behördengänge, Arztbesuche etc.

Wir gelangten durch die Geschäfte meines Vaters dann nach München und ich war mittlerweile verheiratet. 1987 kam meine Tochter zur Welt. (Sie hat im Rahmen des Wahlkampfes und durch die Anfeindungen gegen ihre Mutter ein persönliches Statement verfasst – hier gehts zum Statement)

Nach meiner Scheidung lag dann kein Stein mehr auf dem alten. Es war für die Familie ein Schock. Ich musste meine Tochter alleine großziehen und uns finanzieren. Jeder Job war mir dafür recht und wichtig. So kam ich durch Zufall im sozialen Bereich an.

Im Alten- und Sevice Zentrum (ich arbeitete dort als Putzkraft), merkte das Team, dass ich gut Menschen beraten und helfen konnte. Mit türkischen Frauen, die Lesen und Schreiben lernen wollten, fing es an und es kamen immer mehr Aufgaben dazu. So begann ich eine Ausbildung zur Sozialbetreuerin bei der Arbeiterwohlfahrt. Ich arbeitete nach Abschluss der Ausbildung in verschiedenen sozialen Beratungs- und Betreuungsdiensten für Migranten und holte auf dem 2. Bildungsweg mein Abitur nach. Ich studierte auch neben der Arbeit Sozialpädagogik an der Ev. Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie des Rauen Hauses.

Als diplomierte Sozialpädagogin arbeitete ich dann weiter für die AWO in München. Als Erziehungsbeistand und in der Jugendgerichtshilfe habe ich später hunderte von Jugendlichen mit Migrationshintergrund betreut. Sie waren entweder von der Hauptschule abgegangen oder hatten die Förderschule besucht. Oder die sog, Nationalklassen. Dort haben sie weder ihre Muttersprache noch Deutsch richtig gelernt. Mir ist anhand dieser Jugendlichen klargeworden: Was in der Sozial- und Bildungspolitik bzw. Integrationspolitik falsch läuft, können wir nicht alleine durch soziale Arbeit reparieren! Es muss sich etwas in der Politik ändern.

1995 wurde ich daher Mitglied der Grünen. Nach Ausübung verschiedener Parteiämter wurde ich 2008 für Die Grünen in den Münchner Stadtrat gewählt. Ich bin Mitglied im Sozial-, Kreisverwaltungs- sowie im Kinder- und Jugendhilfeausschuss und war von 2012 bis zum Juni dieses Jahres Vorsitzende der Fraktion Die Grünen – rosa liste.

Jetzt möchte ich meine Erfahrungen als Landtagsabgeordnete im Bayerischen Landtag für ganz Bayern einsetzen. Ich freue mich sehr, dass ich das Direktmandat für den Stimmkreis Giesing-Harlaching-Sendling gewonnen habe.